Unruhige Nächte: Babys beim Durchschlafen helfen

September 21, 2026 | Triple-P-Artikel

Etwa 5 Minuten
Ein waches und fröhliches Baby – ein Anzeichen dafür, dass es nachts genug Schlaf bekommt.

Sie sind ein frischgebackenes Elternteil und träumen davon, endlich mal wieder richtig gut zu schlafen?

Der Schlafmangel, der oft damit einhergeht, dass das Baby nachts aufwacht, kann für Eltern sehr anstrengend sein. Den Tag ohne eine erholsame Nacht zu überstehen, ist eine Herausforderung – egal, ob Sie zu Hause auf das Baby aufpassen oder bei der Arbeit sind.

Vielleicht fragen Sie sich auch, ob Ihr Baby genug Schlaf bekommt, warum es nachts schreit oder ob etwas nicht stimmt – und natürlich was Sie tun können, um zu helfen.

Mehr darüber zu erfahren, wie Babys nachts wirklich schlafen, ist nur der Anfang, um allen in der Familie zu einem besseren Schlaf zu verhelfen. In Kombination mit flexiblen Routinen und Einschlafmethoden kann das Wissen helfen, Ihr Baby dabei zu unterstützen, gut zu schlafen und sich prächtig zu entwickeln.

Wie Babys wirklich die Nacht durchschlafen

So anstrengend es für Elternteile auch sein mag: Es ist völlig normal, dass Säuglinge nachts häufig aufwachen. Untersuchungen zeigen, dass nächtliches Aufwachen sogar mit dem Überleben der Säuglinge zusammenhängen könnte und dazu beiträgt, sie vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen1.

Lange Schlafphasen liegen nicht in der Natur von Babys, aber mit zunehmendem Alter schlafen sie immer länger2. Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Entwicklung und das Wachstum von Säuglingen. Aber jedes Baby ist einzigartig – manche brauchen mehr Schlaf als andere.

Am besten lässt sich feststellen, ob Ihr Baby genug Schlaf bekommt, wenn es wach ist: Ist es dann aufmerksam und zufrieden? Wenn es gereizt ist, sich die Augen reibt oder andere Anzeichen von Müdigkeit zeigt, könnte das bedeuten, dass es mehr Schlaf braucht.

So helfen Sie Ihrem Baby (und sich selbst), besser zu schlafen

Ein guter Schlaf für ein Baby kann ganz anders aussehen als guter Schlaf für einen Erwachsenen. Auch wenn nächtliches Aufwachen für frischgebackene Eltern eine Herausforderung sein kann, ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass dies nur vorübergehend ist und Ihr Baby mit der Zeit lernen wird, länger am Stück zu schlafen.

Es kann eine große Erleichterung sein, zu erkennen, dass es nicht bedeutet, dass Sie etwas falsch machen, wenn Ihr Baby nachts aufwacht – egal, ob es ein Neugeborenes, drei Monate oder 12 Monate alt ist. Es bedeutet auch nicht, dass mit Ihrem Baby etwas nicht stimmt. Wenn Sie jedoch befürchten, dass ein medizinisches Problem vorliegen könnte, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren.

Auch wenn es noch eine Weile dauern mag, bis Sie wieder acht Stunden ununterbrochenen Schlaf bekommen, gibt es Möglichkeiten, wie Sie Ihrem Baby (und sich selbst) zu einem besseren Schlaf verhelfen können.

  1. Zubettgeh-Rituale schaffen

    Routinen sind der beste Freund der Eltern, wenn es darum geht, dem Baby zu einem guten Schlaf zu verhelfen. Flexible Routinen, die sich an das natürliche Schlafen Ihres Babys anpassen, können dem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Außerdem liefern sie Signale, die dazu beitragen können, dass bestimmte Verhaltensweisen – darunter auch das Schlafen – leichter zustande kommen.

    Tagsüber kann es hilfreich sein, sich beim Füttern, Spielen und Schlafen am Rhythmus Ihres Babys zu orientieren. Indem Sie versuchen, diese Aktivitäten den ganzen Tag über in einer ähnlichen Reihenfolge durchzuführen – flexibel und ohne zu viel Druck –, etablieren Sie eine Routine, die dem Baby hilft, sich tagsüber ruhig und zufrieden zu fühlen, was ihm auch nachts zugutekommt.

    Zu einem ruhigen und entspannenden Zubettgeh-Ritual könnte gehören, das Baby zu baden oder zu massieren, ein Kinderbuch vorzulesen, es zu füttern, ein Schlaflied zu singen, sanfte Musik zu spielen und das Licht auszuschalten, bevor Sie es ins Bett legen. Es ist völlig in Ordnung, diese Dinge in einer anderen Reihenfolge zu tun oder eine eigene entspannende Routine zu entwickeln – ganz wie es für Sie und Ihr Baby am besten passt.

    Wenn Ihr Baby nicht von selbst einschläft, machen Sie sich keine Sorgen. Jedes Baby ist anders und die Situation kann sich ändern, wenn das Baby älter wird, aber sprechen Sie mit einer medizinischen Fachkraft, wenn Sie sich Sorgen machen.

  2. Auf die Signale des Babys reagieren
    Bei den vielen widersprüchlichen Ratschlägen, die zu finden sind, kann es schwierig sein zu entscheiden, was man tun soll. Vor allem, wenn es darum geht, das Baby nachts zu füttern oder wieder in den Schlaf zu wiegen.

    Sich daran zu erinnern, dass Babys durch Schreien kommunizieren, kann hilfreich sein. Sie tun das nicht absichtlich – sie brauchen einfach Hilfe bei etwas, das sie noch nicht selbst schaffen, sei es beim Füttern, beim Einschlafen oder beim Wiedereinschlafen.

    Indem Sie schnell auf Ihr Baby reagieren und ihm helfen, zur Ruhe zu kommen, geben Sie ihm das Gefühl, sicher und geliebt zu sein. Mit der Zeit werden Sie lernen, die Signale Ihres Babys und den Klang seines Schreiens zu deuten. Vielleicht muss die Windel gewechselt werden, vielleicht muss es ein Bäuerchen machen, vielleicht ist ihm zu warm oder zu kalt, oder vielleicht ist es einfach nur einsam oder hat Angst.

    Es ist ganz normal, dass Babys im Alter von sechs bis zwölf Monaten noch sehr häufig aufwachen – und das liegt nicht daran, dass Sie etwas falsch machen. Auf Ihr Baby zu hören und zu reagieren, hilft ihm, wieder einzuschlafen, und mit der Zeit können alle länger schlafen.

  3. Auf sich selbst achten und schlafen, wann immer es geht
    Das frischgebackene Elternsein ist eine Zeit großer Veränderungen. Es verändert körperlich, geistig und emotional. Freundlich zu sich selbst zu sein, Erwartungen loszulassen, das Leben so weit wie möglich zu vereinfachen, Freude an alltäglichen Momenten zu finden und das wirklich Wichtige in den Vordergrund zu stellen, kann helfen, die Herausforderungen zu meistern.

    Wie könnte das in Ihrem Leben aussehen? Vielleicht bedeutet es, das Haus etwas unordentlicher sein zu lassen, einfache Mahlzeiten zuzubereiten, eine lange Dusche zu nehmen oder zu schlafen, wenn das Baby schläft – tagsüber und nachts, wann immer Sie können. Zu lernen, Familie, Freunde und Nachbarn um Hilfe zu bitten, die oft gerne zur Hand gehen, kann ebenfalls einen großen Unterschied machen.

Wenn Sie Schlafprobleme haben und Sie dies belastet, wenden Sie sich an eine medizinische Fachkraft, um Unterstützung und Rat zu erhalten. Sie sind nicht allein, und Hilfe ist immer verfügbar.

Über die „frühen Hilfen“ können Sie sich auch in Ihrer Kommune Unterstützung holen.

Von Anfang an eine positive Grundlage für das Baby und sich selbst schaffen

Triple P Online for Baby“* ist ein Programm, das helfen kann:

  • die beste Umgebung für die Entwicklung des Babys zu schaffen
  • mehr über die individuellen Signale und das Schreien des Babys zu erfahren
  • Schlafen und Beruhigungstechniken zu verstehen
  • auf die eigene emotionale und psychische Gesundheit zu achten
  • die Beziehung zu dem Partner und/oder anderen Familienmitgliedern zu verbessern
  • sich selbstbewusster zu fühlen
  • das Leben als frischgebackenes Elternteil viel mehr zu genießen!

Triple P – Von Eltern empfohlen, durch Forschung gesichert.

*2026 noch nicht in deutscher Sprache erhältlich, bei Interesse gerne melden

Quellen

  1. Ramirez, J. M., Ramirez, S. C., & Anderson, T.M. (2018). Sudden infant death syndrome, sleep, and the physiology and pathophysiology of the respiratory network. In J.R. Duncan & R.W. Byard (Eds.), SIDS sudden infant and early childhood death: The past, the present and the future (pp615-640). University of Adelaide Press. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK513387
  2. De Beritto, T. V. (2020). Newborn sleep: Patterns, interventions, and outcomes. Pediatric Annals, 49 (2). http://www.doi.org/10.3928/19382359-20200122-01

Topics

Baby Zubettgeh-rituale Schlaf